Das Festival. Siedlungen der Berliner Moderne 2026

100 Jahre Waldsiedlung Zehlendorf

Vom 27. bis 30. August 2026 feierte Berlin das viertägige Welterbe-Festival im Zeichen von Schönheit, Farbigkeit und Heiterkeit. Im Mittelpunkt der Feierlichkeiten stand die Waldsiedlung Zehlendorf („Papageiensiedlung“ / „Onkel Toms Hütte“), die gleich zweifach Grund zum Feiern hatte: das 100-jährige Jubiläum ihrer Grundsteinlegung sowie die frisch verkündete Aufnahme als siebtes Ensembleteil in das UNESCO-Welterbe (Juli 2026)

 

Den Auftakt bildete eine Veranstaltung in der Emmaus-Kirche. Ein Schüler-Blasorchester sorgte für die musikalische Begleitung, während von Schülerinnen und Schülern angefertigte Baumodelle einen anschaulichen Zugang zur Architektur der Moderne boten. Die Modelle orientierten sich an den Vorstellungen der Architekten Bruno Taut, Otto Rudolf Salvisberg und Hugo Häring, die mit ihren Bauten wegweisende Beispiele des sozialen Wohnungsbaus schufen. Bewohnerinnen und Bewohner sowie Schülerinnen und Schüler der Wilma-Rudolph-Oberschule und der Zinnowwald-Grundschule waren aktiv in die Vorbereitung und Gestaltung des Festivals einbezogen.

Claudia Grünberg
Dr. Angelika Hüfner und Elisabeth Korinth
Claudia Grünberg und Schüler:innen bei der Eröffnung

Ein besonderer Höhepunkt war der UNESCO-Welterbe-Salon am Freitag. Dr. Angelika Hüfner, Vorsitzende des Berliner Komitees für UNESCO-Arbeit e. V., und Elisabeth Korinth, Referentin für Welterbe bei der Obersten Denkmalschutzbehörde, sprachen über die Bedeutung der UNESCO und des Welterbes sowie über die Frage, was die neue Auszeichnung für die Menschen vor Ort bedeutet. Eröffnet wurde das Gespräch von Sabine Ambrosius, ebenfalls Mitglied des Berliner Komitees und Referentin für Welterbe im Landesdenkmalamt. Anwohnende, darunter Menschen, die bereits seit den 1970er-Jahren in der Siedlung leben, und zahlreiche Gäste beteiligten sich am Austausch.

 

Den Abschluss bildete am Sonntag ein großes Straßenfest in der Breisgauer Straße mit Beiträgen von Christian Gaebler, Senator für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen, und Prof. Dr. Christian Rauhut, Landeskonservator. Musik, Begegnung und zahlreiche Aktivitäten machten die Bedeutung des neuen Welterbes für die Stadtgesellschaft sichtbar.