Carsten-Niebuhr-Preis an Prof. Dr. Walter Sommerfeld

17.06.2019

Als „hochgeachteten Bewahrer der Kulturschätze Mesopotamiens“ ehrte die Deutsch-Arabische Gesellschaft am 29. Mai 2019 den Orient­wissenschaftler Walter Sommerfeld.
 

Fünf UNESCO-Welterbestätten - vier Stätten des Weltkulturerbes und eine gemischte Kultur- und Naturerbestätte, drei davon auf der Roten Liste des gefährdeten Welterbes - verdeutlichen die große Bedeutung des heutigen Irak für die Kulturgeschichte der Menschheit, aber auch ihre Gefährdung. Drei Golfkriege, das Embargo, religiöser Fanatismus und mit höchster technischer Perfektion betriebene Raubgrabungen haben zu einer jedes menschliche Vorstellungsvermögen überschreitenden Zerstörung dieses Kulturraums und einem erschütternden Menschenverlust geführt.

 

Walter Sommerfeld, emeritierter Ordinarius der Philipps-Universität Marburg, hat dennoch alles eingesetzt, Zeugnisse des alten Mesopotamiens der Nachwelt zu erhalten. Meist ganz auf sich gestellt setzte er unter großen Gefahren seine ganzen Kräfte ein, den Zerstörungen zu entgegnen, die durch Golfkriege und nachfolgendes Chaos bedingt waren. Das kulturelle Gedächtnis dieser Region sollte nicht verloren gehen. Die in seinem Redemanuskript aufgeführten Schilderungen sind ein erschreckendes Dokument von kultureller Barbarei, aber auch ein ermutigendes Dokument von menschlicher Unerschrockenheit und Unbeugsamkeit.

 

Der Präsident der Deutsch-Arabischen Gesellschaft (DAG), Michael Lüders, ehrte am 29. Mai 2019 im "Topoi-Palais" an der Freien Universität Berlin Prof. Dr. Walter Sommerfeld mit dem Carsten-Niebuhr-Preis für internationalen Kulturaustausch.

 

Inzwischen sind die Reden dieses Tages zu hören bzw. zu lesen, auch die Grußworte des Botschafters des Königreichs Dänemark, Friis Arne Petersen, sowie des irakischen Botschafters Dhia Hadi Mahmoud Al-Dabbass. Sie würdigten Sommerfeld als „hochgeachteten Bewahrer der Kulturschätze Mesopotamiens“.

 

In seiner Laudatio unterstrich der Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, Prof. Dr. Hermann Parzinger, die Bedeutung der kulturhistorischen Zusammenarbeit mit den Völkern des Zweistromlandes für den Weltfrieden - und Frank Trende, Abteilungsleiter der Staatskanzlei Schleswig Holstein, skizzierte das Werk des berühmtesten Orient-Forschers Europas, Carsten Niebuhr (1733-1815), der seinerzeit die von der dänischen Krone organisierte Forschungsreise nach „Arabia Felix“ angeführt hatte. Dazu wurde auch eine neue Veröffentlichung vorgestellt.

 

Foto: Preisträger Prof. Dr. Walter Sommerfeld mit Dr. Michael Lüders und Prof. Dr. Hermann Parzinger. Foto: Deutsch-Arabische Gesellschaft